Eine neue Förderlogik braucht das Land
Eine neue Förderlogik braucht das Land
Eine neue Förderlogik braucht das Land! Ein Plädoyer gegen den Corona-Konservativismus

Eine neue Förderlogik braucht das Land! Ein Plädoyer gegen den Corona-Konservativismus

Ein Kommentar von Felix Haas, Experte für Disruptive Innovation im u-institut

Privatwirtschaftliche Akteur*innen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft sind maßgebliche Innovationstreiber*innen für die gesamte deutsche Wirtschaft. Design, Musik, Mode oder Theater – die vielen Kleinunternehmen aus dieser Branche leiden direkt und existenzbedrohend an der aktuellen Corona-Krise. Trotzdem ist zu vermuten, dass sie bei den bisher geschnürten Hilfspaketen der Bundesregierung viel zu kurz kommen werden. Selbst groß angelegte Unterstützungsmaßnahmen für den Kulturbereich scheinen sich im Moment hauptsächlich an staatlich finanzierte Kulturprojekte und -Einrichtungen zu richten, nicht jedoch an die privatwirtschaftlichen Innovator*innen, die der Branche ihre Dynamik und Wirtschaftsleistung verleihen. Dass diese jedoch den deutschen Innovationsmotor am Laufen halten, wird dabei offenbar vergessen. Genau wie die Tatsache, dass gerade unkonventionelle und kreative Ideen den Schlüssel für ein aktives Nutzen dieser Krise darstellen. Deutschen Förderinstitutionen scheint es schlichtweg an Inspiration und Mut zu mangeln.

Unglücklicherweise ist die Problematik mit der Verteilung und Genese von Investitionen in die Kultur- und Kreativwirtschaft nicht neu: Die meisten der Förderungsangebote in Deutschland zielten bereits in der Vergangenheit darauf ab, lediglich bestehende Innovationsprozesse zu reproduzieren, anstatt tatsächlich disruptive Innovationen zu ermöglichen, zeigte die Recherche des Projektes Reframing Innovation. Die deutsche Förderlogik, vor, während und nach der Corona-Krise, benötigt dringend eine Neuausrichtung.

„Das Experimentieren mit Ideen, Geschäftsmodellen oder Materialien bietet ein hohes Innovationspotenzial durch die Möglichkeiten und Sichtweisen, die es außerhalb bekannter Räume eröffnet. Insbesondere dort, wo formalisierte Prozesse den Horizont für neue Ergebnisse durch konkrete Vorgaben oftmals einschränken“, heisst es auch in der Publikation des Projektes Reframing Innovation, in dem neue experimentelle Innovationsprozedere zum Austesten einer neuen Förderlogik initiiert wurden.

Denn egal, ob vor, während oder nach der Krise – Die Kultur- und Kreativwirtschaft, insbesondere ihre privatwirtschaftlichen Akteur*innen, erhalten bisher zu wenig passende Förderungsformate, die der Skalierung und Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle nutzen. Reframing Innovation ist es gelungen, anhand von Begleitung und Beobachtung interdisziplinärer Experiment-Teams 30 Handlungsansätze für die Förderlogik der Zukunft zu formulieren, die genau diese Problematik anvisieren. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören die Erlaubnis zum Experimentieren und Scheitern, transparente und offen gestaltete Rahmenbedingungen der Innovationsvorhaben sowie eine ergebnisoffene Logik, die disruptive Innovation im gesamten Prozess tatsächlich zulässt.

Eine Krise ist immer auch die Chance für Verbesserung und Fortschritt. Beides muss jedoch strukturell ermöglicht und darf nicht durch konservative Förderlogiken von Beginn an verhindert werden. Aus diesem Grund dürfen nicht nur institutionalisierte Einrichtungen von staatlichen Hilfspaketen profitieren. Die Primärhilfe muss gerade an privatwirtschaftliche Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft gehen, die besonders von der Krise bedroht sind und gleichzeitig das enorme Potential besitzen, sie als Antrieb für Innovationen aller Art zu nutzen. Eine neue Förderlogik, die nicht nur Innovator*innen priorisiert, sondern dazu neue Wege des Ermöglichens von Innovation geht, ist hierfür notwendig.

Stellen Sie sich vor, 80% der Corona-Hilfen für den Kultur- und Kreativbereich gingen an seine Privatunternehmen in den Städten und auf dem Land. Was würde das mit unserem Verständnis von Wertschätzung für diesen Bereich machen? Und welche Früchte würden solche Investitionen langfristig für dieses Land tragen?

Meine Vermutung: Die Kultur- und Kreativwirtschaft würde vormachen, wie man in einer Krise nach vorne blickt. Sie würde vormachen, wie Flexibilität und Vision den Weg in eine neue, bessere Zukunft pflastern. Lassen Sie uns gemeinsam weniger zurück und mehr nach vorne schauen – individuell, als Unternehmen und als Institutionen. Denn bevor eine neue Förderlogik die Imagination der Menschen in diesem Land wirklich einsetzen kann, braucht es vor allem eins: Mut für Experimente und Vertrauen in die Kraft der Kreativität.

Die Publikation der Projektes Reframing Innovation ist HIER verfügbar.

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