Zukunft nach Corona
Zukunft nach Corona

Die Zukunft ist da und es hat sich 2020 durch die Veränderung, die die Pandemie mit sich gebracht hat, gezeigt: Unternehmer*innen mit offenem Kopf für digitale Ideen, die für die Menschen hilfreiche Lösungen und Alternativen in der Krise bieten, ein Umdenken im Wertesystem von Wirtschaft und Gesellschaft bewirken, haben gute Karten.

Zukunft nach Corona

Die Zukunft ist da und es hat sich 2020 durch die Veränderung, die die Pandemie mit sich gebracht hat, gezeigt: Unternehmer*innen mit offenem Kopf für digitale Ideen, die für die Menschen hilfreiche Lösungen und Alternativen in der Krise bieten, ein Umdenken im Wertesystem von Wirtschaft und Gesellschaft bewirken, haben gute Karten.

Zukunft nach Corona

Bislang fühlt es sich nicht so an, als ob die Zukunft bald käme. Gerade wurde der Lockdown um zwei weitere Wochen verlängert und jede*r Einzelne muss sich in Gelassenheit üben. Aber die Zukunft ist bereits da und es hat sich 2020 durch die Veränderung, die die Pandemie mit sich gebracht hat, gezeigt: Unternehmer*innen mit offenem Kopf für digitale Ideen, die für die Menschen hilfreiche Lösungen und Alternativen in der Krise bieten, ein Umdenken im Wertesystem von Wirtschaft und Gesellschaft bewirken, haben gute Karten. All das war und ist deutlich spürbar und birgt das Potenzial, nachhaltige Impulse für Veränderung zu schaffen.

Sylvia Hustedt und Christoph Backes, die vor 15 Jahren das u-institut gründeten und seitdem zu den führenden Expert*innen werteorientierter Wirtschaftssysteme und kreativer Innovationsprozesse gehören, sehen jetzt im Umdenken in der Innovationsförderung ein großes Potenzial für die zukünftige Krisenfestigkeit des Unternehmer*innentums. Denn darin sind sich viele Wirtschaftsexpert*innen nun einig: Ein neuer Ansatz des Denkens und Handelns ist für die Zukunft dringend notwendig.

Veränderung ist gefragt

„Für uns ist das, was seit Covid-19 im Bereich von Gründung und Unternehmer*innentum vermehrt zu beobachten ist, nicht neu“, erklärt Sylvia Hustedt, Geschäftsführerin der u-institut Backes & Hustedt GbR. „Das sind typische Merkmale der Kultur- und Kreativwirtschaft.“ In der Kultur- und Kreativwirtschaft ist der Anteil an Unternehmer*innen groß, die sich sehr schnell auf Neues einlassen können und die Open Innovation bereits betrieben haben, bevor es dafür einen Begriff gab.

Dass in dieser Form des Unternehmer*innentums Zukunftspotenzial steckt, hat auch die Unesco erkannt, die 2021 zum „International Year of Creative Economy for Sustainable Development” erklärt hat. Die Potenziale der Creative Economy zeichnen sich unter anderem durch schnelles Prototyping, eine ergebnisoffene Prozessentwicklung und die intrinsische Motivation ihrer Gründer*innen aus.

Merkmale, die es den Unternehmer*innen ermöglichen, sich schnell und unerschrocken auf neue Situationen einzustellen und ihre Geschäftsmodelle den Gegebenheiten und Bedarfen anzupassen. „Als 2009 die große Finanzkrise war, blieb die Kultur- und Kreativwirtschaft relativ unbelastet von den Folgen“, erläutert Sylvia Hustedt: „Das lag daran, dass die Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen dieser Branche schnell und effektiv in der Lage waren, sich auf die neue Situation einzustellen und ihre Produkte dem Markt angepasst haben.“

Zwar sieht das in der aktuellen Krise etwas anders aus und gerade die große Betroffenheit in der Kultur- und Kreativwirtschaft hat sogar dazu geführt, dass diese mehr in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit rückte, aber das heißt nicht, dass die Potenziale nicht mehr vorhanden sind. „Wir brauchen jetzt die Wegbereiter*innen für schnelle Veränderung, um uns aus schwerfälligen und traditionell verhafteten Systemen freizumachen“, sagt Sylvia Hustedt weiter. „Wir können diesen Transfer begleiten und mit den Impulsen aus den kreativen und werteorientierten Ökonomien ein krisenfestes Unternehmer*innentum etablieren.“

Nicht mehr vom Gleichen und Neuem neu begegnen!

Um diesen Veränderungsprozess zu ermöglichen, müssen auch die öffentliche Hand, Förderinstitutionen und Verwaltung neue Wege einschlagen: „Die aktuellen Förder- und Innovationsmaßnahmen reichen nicht mehr aus, um eine wirtschaftliche Resilienz zu schaffen und an die Next Generation von Gründer*innen ein attraktives Angebot zu richten“, erläutert Christoph Backes, Geschäftspartner von Sylvia Hustedt. „Mit Pilotprojekten wie dem Fiction Forum oder unserer Studie zu Reframing Innovation, haben wir gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bereits wichtige Ansätze geschaffen, um zu zeigen, wie eine neue Förderkultur möglich gemacht wird und sich auch erfolgreich etablieren kann.“ Solche Ansätze, die modellhaft entwickelt wurden, haben jetzt das Potenzial, für die Förderlandschaft Deutschlands nachhaltige und essentielle Impulse und eine Neuausrichtung zu bieten.

„Nicht mehr vom Gleichem und Neuem neu begegnen!“, fordert Christoph Backes deshalb, an die öffentliche Hand gerichtet. Gemeint ist damit die bessere Vernetzung von Neuem mit der Wirtschaft. Das Neue muss dabei nicht zwangsläufig in der Forschung entstehen: Instrumente wie Effectuation, ergebnisoffene Entwicklung und Rapid Prototyping – also Methoden der Kultur- und Kreativwirtschaft – lassen erfolgreiche soziale und kreative Innovation entstehen. Ein Beispiel dafür ist auch die Auswahl der 32 Ausnahme-Unternehmer*innen der Kultur- und Kreativpiloten Deutschland, die jedes Jahr durch die Bundesregierung ausgezeichnet werden. Sie durchlaufen ein einjährigen Coachingprogramm, das es ihnen ermöglicht, ihr unternehmerisches Engagement resilient und gleichzeitig dynamisch zu entwickeln. Die Zahlen beweisen das: Rund 90 Prozent der zehn Jahrgänge Kultur- und Kreativpiloten Deutschland sind heute noch unternehmerisch erfolgreich tätig (Studie 2018).

„Ein solche Dynamik braucht im Grunde auch die Wirtschaftsförderung“, davon ist Christoph Backes überzeugt: „Wirtschaftsförderung wird bisher selbst nicht innovativ gedacht, auch wenn sie nach Innovation sucht. Dafür benötigen sie Unterstützung.“

Innovation für alle

Die Herausforderung bei der Suche neuer Fördermodelle könnte sein, dass sie den großen Spagat zwischen „neu und seriös“ schaffen müssen, wie es Sylvia Hustedt zusammenfasst. „Wirtschaftsförder*innen brauchen dafür Partner*innen, die ein Projektdesign zwischen Zukunft und verwalterischer Anforderung entwickeln. So kann Innovationsentwicklung sowohl für die Anbieter*innen als auch die Antragsteller*innen ermöglicht werden. Angebote wie die Agentur für Sprunginnovation des BMBF und BMWi gehen schon in diese Richtung, denn sie ermöglichen die Suche nach neuen Innovationen, und das ohne ein zu eng geschnürtes Korsett an bürokratischen Auflagen. „Das ist eine spannende und herausfordernde Fragestellung, die wir als u-institut gerne aktiv mitgestalten möchten“, so Hustedt.

 

Text: Katja Armbruckner
Fotos: Anne Freitag, William Veder, André Wunstorf

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